Amateurfunk an Bord
In unserer Schule gab es unter dem Dach eine Amateurfunkstation. Die Vorstellung darüber Kontakt mit Menschen in der ganzen Welt aufzunehmen faszinierte mich. Als 15-jähriger Schüler begann ich mich durch einen Kurs im Nachmittagsunterricht näher damit zu beschäftigen. Besonders die Technik hatte es mir angetan. Schon bald hatte ich mehr Fragen als ich Antworten bekam. Dies führte mich fast zwangsläufig in ein Studium der Nachrichtentechnik und damit in meinen späteren Beruf. 1968 legte ich die Prüfung für die Klasse 2 (DC8YE) ab. Seit 1970 bin ich als DK4FD in Klasse 1 lizenziert.
Besonders Langzeitsegler haben erkannt, wie nützlich Amateurfunk an Bord ist. Viele nehmen es nur deshalb auf sich, die Hürde der Lizenzprüfung zu überwinden. Natürlich gibt es auch einige die Hamradio, wie Amateurfunk im Umgangssprachgebrauch genannt wird, als Schwatzrunden abtun. Im Grunde beneiden sie uns aber um die Möglichkeiten und es gibt viele, die heimlich mithören.
Amateurfunk ersetzt nicht den Seefunk, er ergänzt ihn. Der Kontakt mit anderen Schiffen, Häfen und Behörden läuft selbstverständlich über VHF Marinefunk. Jenseits der VHF und Handyreichweiten draußen auf See aber, erfolgt die Beschaffung von aktuellen Wetterberichten und auch die Email an die Lieben daheim über Amateurfunk. Wie das funktioniert werde ich im Folgenden erklären.
Auch auf See ist Amateurfunk ein weites Feld auf dem für jeden etwas dabei ist. Bekannt ist die tägliche Runde von INTERMAR bei der sich die maritime-mobile (mm) Stationen bei der deutschen Leitstation melden um Informationen auszutauschen und eine individuelle Wetterberatung zu bekommen. Als inzwischen etwas Schwerhöriger habe ich selbst es nicht so mit dem gesprochenen Wort und ziehe statt dessen schriftliche Informationen vor. WINLINK und PACTOR heißen dann die Zauberworte.
Unabhängig von der Übertragungsart besteht eine Kurzwellenstation immer aus drei Teilen: dem eigentlichen Funkgerät (Transceiver), der Antennenanlage und der Stromversorgung. Für Pactor kommt dann noch ein spezielles Modem (Controller) dazu. Die an Bord vorgegebene elektrische Spannung (12V) bestimmt die Auswahl des Funkgerätes. Jeder direkt an 12V anschließbare SSB-Transceiver ist geeignet. Da kann man sich vom persönlichen Geschmack und den individuellen Einbauverhältnissen leiten lassen. Ich verwende einen alten Yaesu FT-890. Der einzige Grund für diese Wahl ist, dass er vorher schon da war. Das Teil wird mit ausreichend dicken Drähten über eine eigene, entsprechend abgesicherte Leitung an die Verteilung und damit an die Bordbatterie angeschlossen.
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