
47) Du machst dich ja sehr für eine Metallfolie als HF-Erde stark. Mir wurde gesagt, dass die speziell dafür gemachte SSB-Ground-Paint viel besser sei. Wie siehst du das? (Jan. 2010)
Eine Metallfolie als HF-Erde bietet ein hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis. Auf meinem Boot erreiche ich damit abhängig von der benutzten Frequenz Widerstände zwischen 1 und 5 Ohm. Das muss die Farbe erst einmal nachmachen, denn kleiner als 0 kann der Widerstand ja nicht werden. Ohne selbst einen Bedarf zu haben ist mir die Farbe mit 300 € für eigene Experimente einfach zu teuer, weshalb ich bisher keine eigene Erfahrung damit habe. Wenn sie gut ist, sind damit etwa gleiche elektrische Werte wie mit der Folie zu erwarten, die man für einen Bruchteil des Preises bekommt. Die Farbe sieht vielleicht etwas professioneller aus, aber ist das der enorme Preisunterschied wert? Es verschwindet doch sowieso alles unter einer Koje.
46) Fragen zur Installation eines Seefunkgerätes (Dez. 2009)
Ein UKW-Funkgerät ist ein wichtiges Teil der Sicherheitsausrüstung eines Sportbootes. Es ermöglicht nicht nur die Kommunikation mit anderen Schiffen und den Empfang von Wetterberichten sondern vor allem auch das Absetzen von Notrufen.
In Deutschland ist wie in vielen anderen Ländern zum Betrieb eines Schiffsfunkgerätes ein Funkzeugnis notwendig. Der Schwerpunkt der Prüfungsinhalte liegt auf der Abwicklung von Funkverbindungen. Die Technik wird in der Ausbildung nur sehr rudimentär abgehandelt. Wohl deshalb wenden sich Segelkameraden immer wieder mit Fragen zur Auswahl und Installation eines Funkgerätes an mich. Ich habe dies zum Anlass genommen die wichtigsten Punkte in einem Aufsatz zusammen zu fassen.
45) In deinem Bericht über die Reise zum Mittelmeer sprichst du von Frecinet-Schleusen. Was ist das? (August 2009)
Charles de Frecinet war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Frankreich als Minister u.a. für öffentliche Verkehrswege zuständig. Er legte die zulässigen Abmessungen für die Schiffe auf den kleinen Kanälen fest. Eine Péniche (Lastkahn) darf demnach max. 38m lang und 5m breit sein sowie 1,80m Tiefgang haben. An diese Abmessungen muss man sich auch noch heute halten, wenn man mit seinem Boot von der Nordsee oder dem Atlantik zum Mittelmeer will. Irgendwann kommen immer Wasserstraßen mit Frecinet-Abmessungen .
44) Du hattest mir schon mal gute Tipps für eine Achterstagantenne gegeben, jetzt habe ich eine Frage zum Handling des Parasailors. Wir setzen ihn bisher immer freifliegend, allerdings geigt er dann ziemlich hin und her. Wie ich deiner Seite entnehmen konnte, benutzt du einen Ausbaumer. So etwas erwäge ich derzeit auch.Wie hast du das bei dir realisiert und wie setzt du ihn? (März 2009)
Von Funk verstehe ich berufsbedingt wesentlich mehr als vom Segeln. Zum Parasailor kann ich dir daher nur sagen, wie ich es mache. Seglerisch ist es sicher nicht das Optimum, was für mich als Fahrtensegler aber auch nicht wirklich wichtig ist.
Das Thema Baum oder nicht habe ich seinerzeit mit meinem Lieferanten und seinen Helfern ausführlich diskutiert. Da sie auch häufiger Regatten segelten waren sie in solchen Fragen recht fit. Sie waren übereinstimmend der Meinung, dass das Thema unter Seglern nur diskutiert wird, weil Bobby Schenk es aufgebracht habe. Dies habe aber ursächlich nichts mit dem Parasailor zu tun sondern damit, dass der einen Cat segelt bei dem man durch die Breite das Unterliek auch so weit genug gespreizt wird. Auf einem Einrumpfer brauche man dazu wie auch beim normalen Spinnaker einen Baum. Das hat mich seiner Zeit überzeugt und deshalb habe ich den Baum gleich mitgeordert. Und da er nun mal da ist benutze ich ihn auch. Ich habe den Parasailor bisher nie ohne gefahren.
Für mich ist wichtig, dass ich mit dem ganzen Kram auch alleine klar komme. Alles andere wäre aus meiner Sicht ein KO-Kriterium und ich hätte das Segel nicht gekauft. Aus diesem Grund ist bei mir auch einiges einfacher als man das sonst vielleicht machen würde. So gibt es z.B. keine Schiene auf der der Baum in der Höhe verstellbar wäre. Der Baum hat die übliche J-Länge von in meinem Fall etwa 3,5 m. Wenn ich ihn nicht benutze fahre ich ihn in einer Halterung an der Reling. Eingepiekt wird er in ein Auge, das an meinem Selden-Mast standardmäßig schon vorhanden war und etwa einen halben Meter oberhalb des Großbaumes ist. Damit ist er in der Höhe nicht verstellbar. Am Parasailor klinke ich ihn nicht in das Auge sondern auf die Schot. Damit ist er dort nicht besonders fixiert. In der Mitte des Baumes gibt es zwei weitere Anschlagmöglichkeiten für Leinen. An die obere kommt ein Aufholer mit dem ich den Baum hochziehen kann und an die untere eine Leine mit zwei Karabinern, die ich mir genauer Länge speziell dafür konfektioniert habe. Das andere Ende dieser Leine kommt an ein Auge am Mastfuß. Wenn ich die obere Leine durchgesetzt habe steht der Baum waagerecht und wird nur noch durch die Schoten mitbedient.
Das Segelsetzen beginnt damit, dass ich die Tasche auf die Vorschiffskoje setzte und das obere Ende aus dem Luk auf Deck lege. Dort ziehe ich es mit dem Spinnakerfall heraus. Dann werden die Schoten angeknotet. (Ich verwende die normalen Genuaschoten) Dann wird der Baum gesetzt. Zuerst am Mast dann auf der Luvschot und anschließend in die waagerechte Lage gebracht. Erst dann ziehe ich den Schlauch nach oben. Zum Schluss hole ich dann die Schoten (erst Luv dann Lee) dicht. Das ist schon alles. Alles steht sehr stabil und das Schiff läuft damit wie auf Schienen. Beim Wegnehmen das Gleiche in umgekehrter Richtung also Schoten los, Schlauch runter, usw.
43) Ich möchte auf KW nur Wetterberichte empfangen und nicht senden. In einem Forum habe ich gelesen, dass man dann Anpassung, Erde und diesen ganzen Kram nicht braucht. Kannst du mir sagen wie ich eine gute Antenne nur für Empfang bauen kann? (März 2009)
Über die Nachteile von sogenannten Weltempfängern mit eingebauter Antenne und bestenfalls noch anschließbarer „Wurfantenne“, habe ich mich an anderer Stelle ja schon mehrfach geäußert. So etwas eignet sich bestenfalls im Nahbereich eines Senders, wenn starke Signale zu erwarten sind. Ein KW-Empfang für Wetterberichte (RTTY, Fax), der dich auf Dauer zufrieden stellen wird, setzt immer einen guten, semiprofessionellen KW-Empfänger voraus. Solche Geräte haben niemals eine eingebaute Antenne sondern immer einen entsprechenden Anschluss für ein Koaxkabel mit dem dann eine außerhalb des selbstproduzierten Störnebels (siehe auch Frage 40) angebrachte Antenne (z.B. das Achterstag) angeschlossen wird.
Eine Antenne ist immer reziprok. D. h. eine gute Sendeantenne ist immer auch eine gute Empfangsantenne und umgekehrt. Für eine reine Empfangsantenne gelten deshalb keine besonderen Regeln. Der einzige Unterschied ist die umgesetzte Leistung, die beim Senden naturgemäß sehr viel höher ist. Eine reine Empfangsantenne kann man deshalb für kleine Leistung dimensionieren, d. h. die Isolatoren müssen nicht so spannungsfest sein, Übertrager zur Anpassung können vergleichsweise winzig ausfallen usw. Ansonsten ist aber alles gleich. Insbesondere die Anpassung und auch die Erde darf man nicht vernachlässigen, wenn man auf große Reichweite auch unter schwierigen Bedingungen wert legt. Ein Verzicht auf eine Impedanzanpassung z.B. des Achterstags macht (abhängig von Länge und benutzte Frequenz) durchschnittlich etwa 20-30 dB aus, was sehr viel ist, wenn sie einem fehlen. Bei kürzeren Antennen wie der beliebten Peitsche ist der Verlust ohne Anpassung noch deutlich höher.
Eine auf allen Frequenzen gute Anpassung des Empfängers an das Achterstag zu bekommen ist schwer, wenn man nicht direkt am Achterstag von Hand (siehe auch Frage 28) abstimmen will. Alle automatischen Anpassgeräte brauchen mindestens ein schwaches Sendesignal und sind deshalb für reinen Empfang nicht zu gebrauchen. Ich möchte dir deshalb vorschlagen dein Achterstag über einen sogenannten Marinebalun anzuschließen, der die frequenzabhängig meist hohen Impedanzen des Achterstags auf für Koaxkabel und Empfänger taugliche niedrige Impedanzen herab transformiert. Da er dies unabhängig von der Frequenz macht ist das auch nicht immer ideal aber sehr viel besser als auf eine Anpassung ganz zu verzichten.
42) In der Literatur finde ich immer wieder, dass eine „harte Erde“ bei endgespeisten Antennen notwendig sei. Kannst du mir erklären, was damit gemeint ist? (Feb 2009)
Das ist nur ein anderer Ausdruck für eine niederohmige Erde. Eine HF-Erde mit diesen Eigenschaften ist extrem wichtig, wenn man stabile Verhältnisse und einen guten Wirkungsgrad bei seiner Antenne habe möchte. Zur näheren Erläuterung darf ich auf meinen Aufsatz zur Erde verweisen.
41) Ich möchte auf meinem Laptop den Wetterbericht des DWD für die Ostsee mitschreiben. Dazu habe ich einen Weltempfänger mit dem ich den Sender auch einwandfrei auf 4583 kHz hören kann. Aber immer wenn ich den Computer einschalte habe ich so starke Störungen, dass sehr viele Fehler geschrieben werden. Kannst du mir einen Rat zur Entstörung geben? (Jan. 2009)
Oh je, das wird schwierig. Jeder PC erzeugt ein nicht vermeidbares elektrisches Störfeld in seiner unmittelbaren Umgebung. Abhilfe bringt nur die Antenne des Empfängers außerhalb dieses Störfeldes zu betreiben. Normalerweise geht dies nur mit einer Außenantenne z.B. in Form des Achterstags. Dieses wiederum darf man nicht einfach mit einem Draht mit dem Antenneneingang des Empfängers verbinden, da dieser selbst als Antenne wirken würde. Ein einigermaßen guter Kompromiss ist zur Ankopplung des Achterstags einen sogenannten Marinebalun zu verwenden und von diesem wiederum die Verbindung zum Empfänger mit Koaxkabel vorzunehmen. Dies setzt allerdings voraus, dass der Empfänger einen niederohmigen Antenneneingang mit Koaxanschluss hat, was bei den preiswerteren leider selten der Fall ist. Falls es dir nicht möglich sein sollte diesen sicherlich besten Weg zu gehen, kannst du auch versuchen, den DWD auf 147 kHz zu empfangen. Da stören PCs normalerweise weniger, allerdings ist auch die Sendereichweite wesentlich geringer.
Durch den Aufbau dieser Webpage habe ich nicht nur selbst viel gelernt, sondern auch Kontakt zu netten Menschen bekommen, die sich mit ihren Fragen und Anregungen an mich gewandt haben. Einiges davon ist direkt in die Verbesserung der Seite eingeflossen. Anderes habe ich individuell beantwortet. Nachdem sich die ersten Fragen wiederholen, gehe ich davon aus, dass manches auch allgemein interessant ist. Ich habe mich deshalb entschlossen, eine Auswahl der Fragen z. T. in verkürzter Form hier zu veröffentlichen. Auch diese Seite werde ich von Zeit zu Zeit ergänzen. Die neueste Frage befindet sich immer oben.
Ich freue mich natürlich auch auf deine Frage. Schreib mir doch einfach eine Email an kontakt(at)sy-merger.de. Dann werden wir sehen, ob ich dir helfen kann.