
20) Frage: Deine Methode über das Stehwellenverhältnis den Erdwiderstand zu messen funktioniert bei mir nicht. Ich messe ein SWR von 1: 1,9 und wenn ich den 50 Ohm Widerstand dazu schalte sogar eines von 1:3. Oder liegt das daran, dass ich einen 51 Ohm Widerstand benutze?
Doch, die Methode funktioniert auch bei dir. Du interpretierst nur das Ergebnis nicht richtig. Ein SWR von 1,9 kann doch bedeuten, das dein Erdwiderstand 26 oder 95 Ohm beträgt. Der 50 Ohm Hilfswiderstand dient dann in erster Linie dazu den Gesamtwiderstand auf einen Wert, der größer als 50 Ohm ist, zu bringen um die Zweideutigkeit zu beseitigen. Dein SWR von 3 entspricht dann einem Wert von 150 Ohm . Somit weißt du, dass für deinen Erdwiderstand der Wert 95 Ohm richtig ist. Das ist extrem schlecht und du solltest dringend an der Verbesserung deiner Erde arbeiten. Wenn du erstmal einen Wert unter 50 Ohm erreicht hast, kannst du für den Hilfswiderstand auch andere Werte nutzen, die dich im Gesamtergebnis in die Gegend von 50 Ohm bringen. Das hat aber nur den Vorteil dort am genauesten messen zu können. Am Messprinzip ändert das nichts.
19) Frage: Meine Amateurfunkstation funktioniert eigentlich ganz prima. Nur im 20m Band geht nichts. Das Anpassgerät klackert nur wild herum, so dass ich Angst habe es könnte etwas kaputt gehen. Weißt du einen Rat?
Das riecht nach Anpassproblemen. Kann es sein, dass die Länge deiner Antenne einschließlich der Zuleitung bis zum Anpassgerät etwa 10,50 m beträgt? Das entspräche der Hälfte der Wellenlänge und damit hätte deine Antenne im 14 MHz Bereich eine sehr hohe Impedanz. Möglicherweise ist sie so hoch, dass dein Anpassgerät ein Matching nicht mehr schafft. Die vor dir beschriebenen Symptome sprechen jedenfalls für diese Hypothese.
Abgesehen davon, dass es bei hohen Impedanzen zu Problemen mit dem Anpassgerät kommen kann, neigen Antennen mit einer solchen Speisung wegen der dabei entstehenden hohen Spannungen immer dazu Funkstörungen in anderen Geräten zu produzieren. Außerdem hat das Anpassgerät in einem solchen Fall nur einen sehr bescheidenen Wirkungsgrad. Von daher ist es auch bei Verwendung eines Anpassgerätes nicht völlig egal welche Antennenlänge man wählt. Am besten sind Längen von einem viertel der Wellenlänge oder ungeraden Vielfachen davon. Bei einer solchen idealen Länge würde man überhaupt kein Anpassgerät brauchen. Beim Betrieb auf mehreren Frequenzen lässt sich das natürlich nicht machen. Aber auch dann sollte man Längen meiden, die der Hälfte der Wellenlänge oder Vielfachen davon auf einer der benutzten Frequenzen entsprechen.
Eine andere mögliche Ursache für dein Problem könnte in der benutzten Erde liegen. Vielleicht hat auch deren Zuleitung die Erdimpedanz in einen nicht mehr zulässigen Bereich transformiert. Sieh dir doch unter diesem Aspekt mal meinen bei Frage 14 angesprochenen Aufsatz „HF-Erde auf Sportbooten“ an.
18) Frage: Ich hätte auch eine Frage zum Funk, würde vorher aber gern wissen ob du alle Fragen wirklich kostenlos beantwortest.
Warum solche Skepsis? Selbstverständlich beantworte ich alle Fragen kostenlos und will auch niemand etwas verkaufen. Diese Webpage betreibe ich als reines Hobby und ich verbinde keine finanziellen Interessen damit. Wenn es also bei deiner Frage auch nur um dein Hobby (z. B. um die Funkanlage auf deinem Boot) geht, nur her damit. Solltest du die Auskunft allerdings für ein Produkt oder eine Dienstleistung brauchen, mit der du selbst Geld verdienen willst, helfe ich dir selbstverständlich auch. In diesem Fall werden wir uns sicher über ein für Ingenieure übliches Beratungshonorar einigen.
Bei der Gelegenheit: Bisher habe ich versucht alle Fragen kurzfristig zu beantworten. Da aktuell zwischen 5 und 10 Fragen/Monat eingehen und ich durchschnittlich etwa eine Stunde zur Bearbeitung brauche, macht das schon Arbeit. Ist es da zuviel, wenn ich vom Fragesteller ein DANKE z.B. in Form eines Gästebucheintrags erwarte? Offensichtlich ja, denn diese geringe Mühe nimmt nur einer von dreien auf sich. Die anderen äußern sich nicht wieder, ich weiß nicht einmal ob ich ihnen helfen konnte. Durch die Fragen sind aber auch viele, überwiegend sehr nette Kontakte zustande gekommen, die den Aufwand allein schon wert sind. Das muss auch einmal gesagt werden.
Und noch eine Bitte an potentielle Fragesteller: Die Frage sollte, allein schon damit ich eine kompetente Antwort geben kann, so formuliert sein, dass ich sie auch verstehe. Selbstverständlich kann ich das bei einem Laien nicht immer erwarten. Dann hake ich eben nach. Das ist schon ok und auch nicht das, was ich meine. Wenn ich aber wie vor ein paar Wochen eine Mail bekomme, der man schon von weitem ansieht, dass sie mal eben so nebenbei hingeschludert wurde (alles klein geschrieben, voller Rechtschreibfehler, wirr formuliert und deshalb nur schwer lesbar), gehe ich an eine Antwort nur mit Widerwillen. In diesem Fall habe ich mir trotzdem überwunden und – wie fast zu erwarten - vom Fragesteller nie wieder etwas gehört. In Zukunft denke ich in solchen Fällen möglicherweise anders.
17) Frage: Im Frühjahr 2011 möchte ich meine lange geplante Weltumsegelung beginnen. Dass dazu eine Amateurfunkanlage mit Email Sinn macht, habe ich schon von mehreren Leuten gehört. Ein Bekannter hat sich im letzten Jahr in Florida eine Anlage einbauen lassen und dafür 5000 Dollar bezahlt. Muss das wirklich so teuer sein?
Nein muss es nicht. Das hängt natürlich davon ab, in wieweit du bereit bist selbst Hand anzulegen. Das Ganze ist kein Hexenwerk und das notwendige Wissen lernst du bei der Vorbereitung auf die Lizenzprüfung sowieso. Zumindest dann, wenn du wirklich etwas lernen willst und nicht nur stumpfsinnige Fragen für die Prüfung paukst.
Eine konkrete Anlagenkonfiguration, mit der du sicher gut klarkommen wirst, könnte beispielsweise auf einem bewährten ICOM IC 718 Transceiver (660 Euro) aufbauen. Als Pactormodem ist das einfachste PTC 2ex (620 Euro) völlig ausreichend. Gegenüber den wesentlich teureren fehlt ihm lediglich die Fernsteuerungsmöglichkeit für den Transceiver, die du von Hand machen müsstest. So wie in Autos nach wie vor noch konventionelle Schaltgetriebe eingebaut werden, muss das nicht unbedingt ein Nachteil sein. Alternativ kannst du zum gleichen Preis aber auch ein komplettes Modem auf einer Platine (TRXPTC) kaufen und selbst in den Transceiver einbauen. Das ist sicher etwas aufwändiger, wird aber mit allem Komfort einschließlich Bluetooth belohnt. (Wenn bei mir eine Neuanschaffung anstände, würde ich diesen Weg gehen.) Keinesfalls verzichten würde ich auf eine Lizenz für das Pactor 3 Verfahren (160 Euro), das die Übertragung doch deutlich schneller und sicherer macht.
Für die Antennenanpassung würde ich nicht ICOM wählen sondern auf ein universell einsetzbares Gerät von SGC zurückgreifen. Ich verwende das SG 239 (270 Euro) seit 4 Jahren erfolgreich bei mir an Bord. Nur in eine Kunststoffdose eingebaut, sieht es immer noch aus wie neu. Bei höherer mechanischer Beanspruchung ist sicher das SG 230 (400 Euro) keine schlechte Wahl. Wie man für etwa 50 Euro aus einer Angel eine Antenne bauen kann, habe ich bei Frage 13 erklärt. Wenn man das notwendige Know How hat, kostet eine wirklich gute Erde fast nichts. Alle notwendigen Infos findest du hier.
Durch Eigeninitiative kann man also durchaus für eine Gesamtinvestition von 1700 bis 2000 Euro (mit Gebrauchtgeräten geht es sicher noch deutlich billiger) eine sehr brauchbare Station aufbauen und viel Geld sparen. Der zusätzliche Vorteil deine Anlage genau zu kennen ist nicht mit Geld aufzuwiegen. So oder so wird irgendwann ein Teil ausfallen. Mit großer Wahrscheinlichkeit kannst du dir dann selbst helfen und dir dadurch das bei Käufern einer Komplettinstallation in solchen Situationen ratlose Gesicht auch sparen. (Alle Preisangaben inkl. Mwst. grob im Internet recherchiert Stand Juli 2007)
16) Frage: Ich möchte keinesfalls das Achterstag durch den Einbau von Isolatoren schwächen, da ich einfach ein ungutes Gefühl dabei habe. Mein Händler hat mir vorgeschlagen eine Fallantenne zu verwenden, die er neu im Angebot hat. Was hältst du davon und kann man davon ausgehen, dass es sich um ein ausgereiftes Produkt handelt?
Abgesehen davon, dass ich deine Bedenken bezüglich einer evt. Schwächung des Achterstags durch qualitativ hochwertige Isolatoren nicht teile, ist eine solche Fallantenne nicht wirklich neu. Dabei handelt es sich um nichts anderes als um einen in ein Tau eingezogenen Draht, die vor allem in den USA m. E. clever vermarktet wird. Wenn du mal nach "rope antenna" googlest, findest du jede Menge Informationen.
Zunächst muss festgehalten werden, dass eine solche Antenne wie auch Achterstag und Peitsche zum Typ Marconi gehört. Du brauchst also ebenfalls eine Erde und ein Anpassgerät. Wie gut sie funktioniert, ist wie bei den anderen Varianten auch, von den Gegebenheiten auf deinem Boot abhängig, da eine Antenne möglichst frei hängen sollte. Für eine einigermaßen vernünftige Funktion sollte man mindestens(!) einen Meter Abstand zu Mast und Stagen halten. Vor allem direkt parallel darf kein weiteres Metall wie z. B. das Achterstag sein. Wenn das bei dir gegeben ist, kannst du ja mal einen Versuch machen.
Elektrisch ebenso gut funktioniert übrigens ein gleichlanger einfacher Draht, den du genau so riggen kannst, wie du das mit dem Fall tun würdest. Die an den Enden notwendige Isolierung, kannst du mit zwei Kunststoffstückchen realisieren. Das sieht sicher nicht so schiffig wie die Fallantenne aus, ist aber garantiert sehr viel billiger. Ich empfehle dir mit dieser Konstruktion im echten Funkverkehr einige Erfahrungen zu sammeln. Wenn du zufrieden bist, ist der nächste Schritt dann zu überlegen, wie man das ganze seefest macht. Möglicherweise entscheidest du dich dann für das Fall mit dem eingezogenen Draht. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass dir erheblich preiswertere und keineswegs weniger stabile Lösungen einfallen. Wenn du nicht zufrieden bist, musst du es an einer anderen Stelle erneut probieren oder doch zum bewährten Achterstag oder der Peitsche zurückkehren.
15) Frage: Ich habe ein Boot aus Aluminium. In deiner Anleitung zur Erde für Kurzwellenfunk empfiehlst du die Erde über einen Kondensator anzuschließen. Was meinst du bitte mit "HF-stromfesten" Kondensator?
Der von mir vorgeschlagene Kondensator soll die Verbindung für evt. Elektrolyseströme sperren, muß aber für die zur Erde fließenden hochfrequenten Ströme durchlässig sein. Dafür sind erfahrungsgemäß nur keramische Scheibenkondensatoren brauchbar. (Elkos wären viel zu langsam und Folienkondensatoren haben eine zu hohe Induktivität.) Abhängig von der Sendeleistung fließt über diesen Kondensator ein erheblicher Strom. Bei einem angenommenen Gesamtwiderstand (RS+RV+RE) von 40 Ohm und einer Sendeleistung von 100W sind das z.B. 1,6 A und das muss der Kondensator problemlos können. Einem winzigen SMD-Kondensator wird man dies zweifellos nicht zutrauen. Geeignete Kondensatoren werden z.B. in Senderendstufen verbaut. Die besten findet man oft auf AFU-Flohmärkten, wo sie als Ausschlachtteile aus altem Militärmaterial angeboten werden. Aber auch Geschäfte für Elektronikbastler, besonders wenn sie auf Funk spezialisiert sind, sollten so etwas haben. Wenn es nicht anders geht, nimm die größten Scheibenkondensatoren, die du bekommen kannst und schalte davon mehrere parallel. Für unsere doch eher geringen Sendeleistungen deutlich unter 100 W wird das auch genügen.
14) Frage: Ich habe deine Ausführungen zur Funkerde mit Interesse gelesen habe aber immer noch einiges nicht verstanden. Warum ist ein niedriger Erdwiderstand so wichtig und wie misst man ihn?
In den letzten Monaten habe ich einige Fragen zur HF-Erde bekommen. Deine habe ich jetzt zum Anlass genommen, das Thema in einem Aufsatz (hier herunterladen) mal etwas ausführlicher zu behandeln. Ich hoffe es bleiben keine Fragen mehr offen. Ansonsten weißt du ja, wie du mich erreichst.
13) Frage: Ich habe gehört, dass viele Segler für SSB eine Angelrute als Antenne verwenden. Kannst du mir sagen wie man eine solche Antenne baut?
Natürlich, das mache ich gern. Ich habe früher selbst mit einer solchen Antenne experimentiert, mich dann aber bei meinem Boot vor allem aus optischen Gründen entschieden das Achterstag zu verwenden. Eine "Angelantenne" ist nicht anderes als die altbekannte Peitsche (Whip) am Heck eines Bootes. Gegenüber professionellen Lösungen ist sie vielleicht nicht ganz so stabil, sicher aber sehr viel billiger und auch in wenigen Stunden zu bauen.
Kauf dir in einem Angelladen eine so genannte Stipprute. Das sind meistens etwa 8-9m lange Angeln, die zum Köderfischen verwendet werden. Unten haben sie normalerweise einen Schaumstoffgriff und oben ein Auge um die Schnur zu befestigen. Eine Rollenhalterung und Ringe zur Schnurführung gibt es nicht. Achte darauf eine aus GFK zu nehmen. Carbon ist wegen der Abschirmwirkung für den späteren Antennendraht untauglich. Die oberen Elemente sind extrem labil und dünn. Es wird deshalb soviel abgeschnitten bis ein Loch entsteht in das man einen normalen 1,5 mm Elektrikerdraht stecken kann. Dann sollten noch etwa 7m Länge übrig bleiben. Die genaue Länge ist aber unkritisch.
Am unteren Ende oberhalb des Griffes bohrt man ein Loch am besten schräg nach oben. In dieses wird dann der schon angesprochene Draht geschoben. Dieser Draht ist auch die eigentliche Antenne. Alles andere ist nur mechanische Halterung. Es ist wichtig wirklich Draht zu verwenden, da sich Litze kaum entsprechend schieben lässt. Den Draht sollte man mindestens so lang abisolieren bis auch er auch mit Isolierung in die Angel passt. Das Einschieben des Drahtes verlangt etwas Geduld. Ich habe dazu die Angel fast zusammen geschoben, so dass das gebohrte Loch gerade noch nicht von den inneren Elementen verdeckt wurde. Dann muss man den Draht selbst nur noch etwa über einen Meter schieben bis das unisolierte Stück an der Spitze wieder heraus kommt. Dort wird er dann mit etwas Epoxy verklebt. Beim Auseinanderziehen der Angel schiebt man dann den Draht entsprechend nach. Danach kann man das Ganze nicht mehr richtig zusammen schieben, was man für evt. Transporte beachten sollte.
Als Halterung eignet sich eine Rutenhalterung, wie man sie im Bootszubehör findet. Das untere Ende ohne Antennendraht wird einfach hineingestellt und irgendwie fixiert. Eine m.E. stabilere aber auf jeden Fall billigere Lösung gibt es im nächsten Baumarkt. Beim Heizungszubehör gibt es innen mit Gummi gepolsterte Rohrschellen in verschiedenen Größen. (Es soll sie auch in VA geben, leider aber nicht bei uns.) Man braucht je zwei Schellen in einer Größe, die um die Angel und um das Rohr des Heckkorbes passen. Diese Schellen lassen sich mit einem Gewindebolzen miteinander verbinden. Über die Länge dieser Bolzen kann man die gewünschte Neigung problemlos einstellen.
Das untere Ende des Drahtes wird dann wie üblich über eine spannungsfeste Litze mit dem Tuner verbunden. Da es sich um eine endgespeiste Antenne handelt wird natürlich eine HF-Erde benötigt. Wie man diese ebenfalls kostengünstig realisieren kann habe ich im Kapitel Kuzwellenantennen beschrieben.
12) Frage: Ich habe mir einen TS 480 von Kennwood gekauft. Kannst du mir bitte sagen, wie ich den mit dem Pactor Controller verbinden muss?
Nein, kann ich nicht. Ich kenne das Gerät nicht und jedes Gerät ist ein bisschen anders, so dass das Kabel individuell konfektioniert werden muss. Falls du dir das nicht selbst zutraust, empfehle ich dir dringend dich an deinen Händler zu wenden. Es ist auch nicht meine Intention für alles und jedes hier Kochrezepte zu geben. Ebenso liegt es mir fern, den kommerziellen Anbietern ein Geschäft wegnehmen zu wollen. Mein Ziel ist es engagierten Leuten, die sich selbst mit dem Thema auseinander setzten wollen, Informationen und das nötige Hintergrundwissen zu vermitteln. "Hilfe zur Selbsthilfe" drückt es wohl am besten aus.
Im Prinzip ist es ganz einfach: Zwischen Controller und Transceiver gibt es lediglich drei Signale, die verbunden werden müssen. Dazu komm noch als Bezugspunkt eine gemeinsame Masse.
Für den Empfang braucht der Controller (Pin 4) ein NF-Signal vom Transceiver. Dazu eignet sich prinzipiell ein Lautsprecher-oder Kopfhörerausgang. Viele Transceiver haben auch noch ein DATA-OUT Anschluss oder so ähnlich. Diesen würde ich bevorzugt verwenden, weil darauf meistens die NF mit einem Pegel, der unabhängig von der Stellung des Lautstärkereglers ist, liegt. Das ermöglicht es später, das Gerät beim Funken auch auf "Stumm" zu schalten.
Zum Senden muss man das NF-Signal des Controllers (Pin1) an den Transceiver anschließen. Prinzipiell eignet sich dafür der Mikrofoneingang. Sofern vorhanden würde ich auch hier wieder einen DATA-IN Anschluss bevorzugen. Wichtig ist es, auch den zulässigen Pegel (steht im Handbuch desTRX) nicht zu überschreiten. Wenn wie in meinem Fall beim FT-890 nur 40mV zulässig sind, baut man sich aus zwei Widerständen einfach einen Spannungsteiler. Die Größe der Widerstände spielt nur eine untergeordnete Rolle, weil man den genauen Pegel über die SW noch einstellen kann.
Die Sende-/Empfangsumschaltung wird mit dem PTT-Signal (Pin 3) gemacht. Das liegt auch auf der Mikrofonbuchse und oft zusätzlich auch irgendwo auf der Rückseite des Gerätes bei den oben beschriebenen DATA-Anschlüssen. Abschließend muss dann nur noch die gemeinsame Masse (Pin 2) verbunden werden.
Ein Tipp noch zur Pegeleinstellung. Das geht prima mit der extra dafür in Airmail eingebauten Hilfsfunktion. Man fährt den Pegel einfach hoch, bis die ALC-Anzeige auf dem Transceiver gerade anfängt anzusprechen. Um kein verzerrtes Signal auf dem Band zu produzieren zieht man von diesem Wert 40% wieder ab und stellt den so errechneten Wert ein. Das passt und erzeugt mit Sicherheit ein gutes unverzerrtes Signal. Im Betrieb später ist lediglich noch darauf zu achten, den Mikrofonregler in genau der beim Ermitteln des Pegels verwendeten Stellung zu belassen.
11) Frage: Was hältst du von folgendem Versuch: Das komplette Rigg als Antenne erregen. D.h. alle Wanten und Stage sowie Mast unter Deck verbinden. Dieses einspeisen. Das Gegengewicht müsste wie üblich der Kiel, Folie, Fußreling usw. sein. Dadurch würden die einstigen Schlucker (Mast, Wanten und Stage) selbst zum Strahler, - und es gäbe keine Absorber mehr. Oder?
Danke, ich mag solche Fragen. Daraus spricht der Experimentiergeist des Funkamateurs. Um es kurz zu machen: Bei meiner Bavaria würde das nicht gehen, da der Mast und mit ihm die verbunden Stagen mit einem fingerdicken Draht mit dem Kiel verbunden und somit geerdet sind. Schon aus Blitzschutzgründen ist dies eine Selbstverständlichkeit. Um deinen Gedanken weiterverfolgen zu können, müsste man zunächst also das Problem der zeitweiligen Abschaltung dieser Erde lösen.
Deine Anregung habe ich aber zum Anlass genommen ein Experiment in eigener Sache zu machen. Wie an anderer Stelle angedeutet, will ich in ein paar Jahren über den Binnenweg zum Mittelmeer und da könnte es doch interessant sein, den gelegten Mast als Antenne zu benutzen.
Für mein Experiment habe die Gunst der Stunde nach dem Winterlager benutzt und an drei aufeinander folgenden Tagen jeweils etwa zu gleichen Zeit mit unterschiedlichen „Antennen“ eine Pactor-Verbindung zu ON5FS über ca. 120nm auf 3,6 MHz aufgebaut. Am ersten Tag stand das Boot noch auf dem Bock. Eine Anpassung des auf einem Holzgerüst liegenden Mastes war nicht möglich. Der Tuner fand einfach keinen stabilen Arbeitspunkt. Ursache dafür war sicher die mangelnde Funktion der „Erde“. Am nächsten Tag war das Schiff im Wasser. Mit weiterhin liegendem Mast konnte sofort eine sichere Verbindung aufgebaut werden. Die Empfangsfeldstärke von ON5FS lag stabil bei S8. Am dritten Tag mit stehendem Mast und Achterstagantenne lag die Feldstärke dann bei S9 +20dB. Diese Werte sprechen für sich. Mein Fazit: Zur Not, na ja. Es geht eben nichts über eine gute Antenne.
10) Frage: Raymarine empfiehlt den Plotter wegen möglicher Beeinflussungen mindestens einen Meter vom Kompass entfernt einzubauen. Bei dir sieht man einen wesentlich geringeren Abstand. Gibt es damit keine Probleme?
Bei mir nicht. Diese Vorgabe ist vermutlich als Sicherheit von Raymarine gemacht worden um evt. Regressansprüche zu vermeiden. Hintergrund ist folgender: Ein Kompass wird nicht nur durch das Magnetfeld der Erde sondern auch durch Felder in seiner näheren Umgebung abgelenkt. Jeder elektrische Strom erzeugt zwangsläufig ein Magnetfeld dessen Größe und Richtung von der Höhe des Stromes und dessen Richtung abhängt. Abhängig von der Betriebsart fließt in den Versorgungsleitungen zum C70 ein Strom bis etwa 1 A. Das dadurch erzeugte Magnetfeld kann man in unmittelbarer Nähe des Kompasses nicht mehr vernachlässigen. Durch Verdrillen der Stromversorgungsleitungen (Plus und der dazugehörige Minus) kann man aber erreichen, dass sich deren Magnetfelder gegenseitig weitgehend aufheben. Bei mir hat diese Maßnahme ausgereicht. Eine Beeinflussung des Kompasses konnte ich nicht mehr feststellen.
9) Frage: Der von dir verwendete Pactor-Controller PTC2 ex hat nur eine serielle Schnittstelle. Mein Laptop hat aber nur noch USB-Schnittstellen. Ist der Controller nicht schon veraltet?
Seit kurzen verwende ich auch einen Laptop der keine Serielle Schnittstelle mehr hat. Zum Anschluss habe ich mir für 12 Euro beim örtlichen PC-Händler ein Schnittstellenkabel geholt, das einen USB/Seriell-Wandler enthält. Diese Wandler gibt es auch in Adapterform, so dass man das alte Schnittstellenkabel weiterverwenden kann. Mit dem Adapter wird ein spezieller Treiber geliefert, der eine virtuelle COM-Schnittstelle im PC simuliert. Welche COM hängt davon ab, in welche USB- Buchse man den Adapter gesteckt hat. Über Start>Systemsteuerung>Drucker und andere Hardware> Hardware (links oben)>bereits angeschlossene Hardware und dann in der Liste nach der Schnittstelle suchen kann man dies leicht feststellen. Diese COM-Schnittstelle wird dann in Airmail eingestellt. Das Ganze funktioniert zuverlässig, man muss lediglich beachten den Adapter immer in dieselbe USB-Buchse zu stecken. Das wäre aber bei mehreren Seriellen Schnittstellen genauso. BTW: Die wesentlich teureren Controller mit eingebauter USB-Schnittstelle machen das auch nicht anders.
8) Frage: Du verwendest nach eigenen Aussagen für deine KW-Funkverbindungen einen alten FT-890 Transceiver von Yaesu. Das ist ein Gerät, was man günstig am Gebrauchtgerätemarkt kaufen kann. Mein Händler lehnt dieses Gerät ab und will dann auch keine Garantie mehr für die anderen Geräte wie das Pactormodem und den Antennentuner übernehmen.
Es ist ein Unterschied ob du von deinem Händler ein Komplettsystem mit Funktionsgarantie oder Einzelgeräte erwirbst. Im ersteren Fall profitierst du erheblich von seinem Know How und es ist ganz natürlich, das er sich dies auch über die Geräte, die du von ihm erwirbst, bezahlen lässt. Im anderen Fall liegt die Verantwortung für das Zusammenspiel der Geräte ganz allein bei dir. Dies setzt natürlich voraus, dass du dich mit den technischen Daten der benötigten Komponenten auseinandersetzt und dann die richtigen einkaufst. Solltest du dazu nicht in der Lage oder bereit sein, kann ich dir nur dringend raten alles aus einer Hand zu kaufen und dem Händler genau vorzugeben, was du mit den Geräten machen willst.
7) Frage: Wir haben bei Intermar doch unsere tägliche Funkrunde. Warum meldest du dich nicht mal?
Wir liegen mit unserem Boot derzeit noch in den Niederlanden. Das ist für Funkverkehr auf dem 20m Band aus Deutschland noch am Rande der toten Zone und die Signale sind meistens sehr schwach. Durch meine Schwerhörigkeit ist es deshalb für mich ziemlich anstrengend zuzuhören. Beim Segeln möchte ich mich entspannen und versuche deshalb möglichst ohne Hörgeräte auszukommen. Ich bitte um Verständnis.
6) Frage: Von einem Weltumsegler wurde mir gesagt, dass für Kurzwellenfunk eine Peitsche am Deck weit besser als jede andere Antenne sei. Im neuen TO-Heft wurde von einem anderen geschrieben das Achterstag sei besser. Jetzt bin ich stark verunsichert. Was ist denn nun richtig?
Die Welt zu umsegeln ist sicher eine großartige Leistung, die ich wohl niemals erbringen werde. Andererseits kann man auf Grund dieser Leistung sicher nicht auf solide Kenntnisse der Funktechnik zurück schließen. Auch mit Aussagen mir unbekannter Funkamateure wäre ich äußerst vorsichtig. Da schwört jeder auf sein System und sehr häufig ist auch der Wunsch Vater des Gedankens. Oft lassen sich die gemachten Aussagen bei näherem Nachfragen nicht belegen. Allein der Begriff „besser“ ist ja schon äußerst relativ und es kommt doch sehr darauf an, welche Eigenschaften man miteinander vergleicht. Eine einfache Antwort gibt es auf diese Frage nicht, da sich jedes System unter anderen Aufbaubedingungen wieder anders verhalten kann. Ich habe deine Frage zum Anlass genommen beide Systeme mal gegenüber zu stellen. Meine Überlegungen findest du im Bereich Kurzwellenantennen unter „Weitere Infomationen“.
5) Frage: Ich würde mir gerne eine Bavaria kaufen, bin aber sehr verunsichert durch die Diskussionen und Kommentare über Bavaria. Hast du Probleme mit Feuchtigkeit und würdest du mir verraten, welche Schwachstellen und Defekte es bei deinem Boot gab?
Na klar, habe ich überhaupt kein Problem mit. Schwachstellen fallen mir so spontan nicht ein. Das mag auch daran liegen, dass ich bisher alles selber repariere ehe es eine wirkliche Schwachstelle wird. Seit Ablauf der Garantie hat das Boot keinen fremden Mechaniker mehr gesehen. Schwachstellen sind eben auch eine Frage der Erwartungshaltung und meine ist die eines Mittelklassebootes und nicht die einer Swan zum Preis einer Bavaria.
Alles in allem hatten wir während der Garantiezeit drei Mängel, die vom Händler fast anstandslos beseitigt wurden. Die Antenne war oben im Mast nicht richtig angeschlossen. An einer Heckklampe rann beim Deckwaschen Wasser in die Koje und die rauen Antirutschflächen ließen sich nicht richtig reinigen. Ursache waren offene Feinstporen im Kunststoff. In diesem Fall mussten wir auf den Händler sanften Druck ausüben bis er es endlich auf einer Werft beseitigen ließ. War sicher nicht ganz billig, ist aber dafür jetzt einwandfrei in Ordnung. Über ernsthafte Qualitätsmängel kann ich mich zumindest nicht beklagen.
Ansonsten fallen mir spontan einige Schraubenlöcher ein. Viele Schrauben sind einfach in das GFK gedreht und brechen halt aus, wenn man sie so oft aufmacht wie ich. Ich habe an diesen Stellen mit Epoxi kleine Aluplatten dahinter geklebt und ein Gewinde rein geschnitten. Jetzt ist Ruhe.
Die Kunststoffabdeckung eines Lüfters war vom Licht spröde geworden und hat mein Gewicht nicht mehr gehalten. Bei SVB gab es genau passenden Ersatz aus Edelstahl. Das hält aber dafür hört man jetzt bei jedem Regentropfen ein „Ping“.
Der Klappmechanismus des Tisches könnte stabiler sein. Ich habe leider noch nichts Besseres gefunden.
Die Rollvorrichtungen der Segel und die Ventile, wie auch die Pumpe der Toilette müssen regelmäßig geschmiert werden, die Fenstergummis damit sie dicht bleiben mit Vaseline eingerieben…. Aber das ist nicht nur bei Bavaria sondern bei jedem Boot der ganz normale tägliche Wahnsinn auf den man immer vorbereitet sein muss. Putzen und Deckschrubben gehört auch nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Das gehört eben dazu. Soll ich das wirklich alles beschreiben?
Mit Feuchtigkeit muss man natürlich aufpassen. Die Wände sind nicht wirklich isoliert und da lässt sich im Frühjahr und Herbst besonders beim Kochen Kondenswasser eben nicht vermeiden. Wir wollten auch bewusst keine Dusche aus diesem Grund. Aber die Bilge ist absolut trocken.
4) Frage: Beim Suchen nach Informationen im Internet habe ich herausgefunden, dass es unterschiedliche Lizenzen für Amateurfunk gibt. Welche Lizenz brauche ich, wenn ich ein Amateurfunkgerät so wie du bei mir an Bord betreiben möchte?
Dadurch dass sich die die Lizenzklassen in Deutschland in den letzten Jahrzehnten mehrfach geändert haben ist das Ganze etwas verwirrend. Aktuell gibt es zwei Klassen (A und E) in Form einer „großen“ Lizenz mit der man alles im Amateurfunk erlaubte machen darf und einer Einsteigerlizenz mit eingeschränkten Möglichkeiten. M. E. ist es sinnvoll gleich die Klasse A zu machen, weil die Einsteigerklasse derzeit nicht CEPT konform und damit im Ausland nicht anerkannt ist. Im Gegensatz zu früher ist die Prüfung heutzutage kein Problem mehr. Die ehemals große Hürde Morsen ist seit einigen Jahren abgeschafft. Es gibt einen Fragenkatalog und so weiß man genau, was auf einen zukommt. Um sich auf die Prüfung vorzubereiten besucht man am besten einen Kurs beim DARC oder der Volkshochschule. Das gibt es sicher auch in deiner Nähe. Es gibt auch einen Onlinekurs im Internet. Den Aufwand würde ich etwa mit dem für einen SKS vergleichen. Sicher ein gutes „Projekt“ für die segelarme Zeit im Winter.
3) Frage: Du scheinst dich ja recht gut mit Funktechnik auszukennen. Muss ich das wirklich alles wissen um eine Amateurfunkstation für Pactor an Bord zu betreiben?
Nein musst du nicht. Ich selbst bin über mein Hobby zum Beruf gekommen und habe Nachrichtentechnik studiert. Da liegt es in der Natur der Sache etwas tiefer gehend und vor allem mit der in vielen Jahren als Entwicklungsingenieur angewöhnten Arbeitstechnik an das Thema heranzugehen. Vor diesem Hintergrund fällt es mir nicht immer leicht, die technischen Zusammenhänge allgemeinverständlich dazustellen. Mit Kurzwellenfunk beschäftige ich mich aber auch nur als Hobby. Mit meinen Ausführungen möchte ich auch keine Kochrezepte sondern Anregungen zu individuellen eigenen Lösungen geben. Die allermeisten Funkamateure haben aus meiner Sicht eher oberflächliche Kenntnisse der Elektronik. Trotzdem betreiben sie durchaus sicher und erfolgreich ihre Stationen. Ein Führerscheininhaber muss ja auch nicht zwingend ein KFZ-Meister sein. Deine Befürchtungen sind wirklich unbegründet.
2) Frage: Ich will eigentlich nur Wetterberichte empfangen. Brauche ich dafür überhaupt eine aufwendige Antenne oder tun es auch ein paar Meter Draht?
Du schreibst gar nicht welche Art von Wetterberichten du empfangen willst und welchen Empfänger du hast. Da fällt ein kompetenter Rat schwer. Grundsätzlich muss man aber sagen, das auch bei “nur“ Empfang eine gute angepasste Antenne wichtig ist. Spätestens wenn du mal einen schwachen Sender empfangen willst, merkst du den dann deutlich hörbaren Unterschied. Besonders wenn du mit einem Laptop Wetterberichte mitschreiben oder Faxe dekodieren willst ist eine Außenantenne wichtig. Andernfalls holst du dir die unvermeidbaren, selbstproduzierten Störsignale des PCs direkt in deinen Empfänger.1) Frage: Ich habe noch keine Amateurfunkgenehmigung. Muss ich wirklich die aufwendige Prüfung machen, wenn ich nur Emails verschicken will?
Ich fürchte ja. Eine eigene Lizenzklasse nur für Emails kennt man im Amateurfunk nicht. Amateurfunk ist per Definition Experimentalfunk. Das bedeutet, dass du anders als im Seefunk beliebig an deinen Geräten rumbasteln darfst und wenn du willst sogar selber bauen. Für dieses Privileg muss man natürlich entsprechende Kenntnisse nachweisen. Auch wenn du dich nicht besonders für Technik interessierst, ist das keine verschwendete Zeit. Elektrotechnische Grundkenntnisse kann man an Bord immer brauchen.