Besser schlafen oder wie kommt ein Lattenrost unter die Matratze

Nein, Probleme mit Feuchtigkeit unter den Matratzen haben wir nicht. Trotzdem wollten wir angesichts der im nächsten Jahr anstehenden längeren Reisen und des zunehmenden Alters etwas für unseren Rücken beim Schlafen tun. Das Bett sollte verbessert werden um den von zu Hause gewohnten Schlafkomfort auch auf dem Boot zu haben.

Wie bei eigentlich allen Booten liegen bei Bavaria die Matratzen direkt auf den Abdeckbrettern der darunter liegenden Stauräume. Die Zubehörindustrie bietet deshalb auch verschiedene Systeme an um den Schlafkomfort zu verbessern. Von einer einfachen Matte, die Feuchtigkeit unter der Matratze verhindern soll, bis zu regulierbaren Lattenrosten ist alles zu haben. So etwas findet man in den Katalogen aller Versender. Alle Systeme haben gemeinsam, dass sie individuell auf die selten rechteckigen Maße einer Bootskoje angepasst werden müssen. In dieser Rohform kamen uns die Betten, die wir ausgiebig auf der Düsseldorfer Messe besichtigten, irgendwie bekannt vor. So etwas sollte es ohne Marinezuschlag es in jedem besseren Möbelladen geben.

Während die Lattenroste der Zubehörversender durchweg für 100 bis 150 € pro Bett angeboten werden, wurden wir für einen Bruchteil des Preises in einem schwedischen Möbelhaus fündig. Vielleicht ist unsere Lösung nicht ganz so luxuriös, wie die wesentlich teueren Produkte. Ihren Zweck erfüllt sie allemal hervorragend. Aber so etwas kennen wir ja schon. Es gibt auch Boote, die bei gleicher Größe, dreimal so teuer wie unsere Bavaria sind. Dreimal besser sind sie bei weitem nicht. Wir entschieden uns für den Rollrost „Sultan Liared“ mit verleimten, federnden Birkenholzlatten für 20 € pro Bett. Für 10 € mehr hätten wir auch eine in der Festigkeit verstellbare Version bekommen, wenn wir denn eine solche gewollt hätten. Es gibt für jeden Bedarf das Passende. Einschränkungen gegenüber dem im Bootszubehör angebotenen Teilen muss man wirklich nicht hinnehmen.

Der Einbau selbst wirft keine Fragen auf und ist problemlos in einer knappen Stunde zu schaffen. Die Lattenhalter aus Kunststoff sind mit einem Band untereinander verbunden, so dass der Abstand der Latten fest vorgegeben ist. Für die Montage hat es sich bei mir als zweckmäßig erwiesen, zunächst die äußeren Latten zu montieren und das Ganze vor diesen durch ein kleines Loch in den Bändern mit einem Schräubchen zu fixieren. Will man später mal an den Stauraum muss man den Rost an dieser Stelle nur aushängen und kann ihn dann zusammenrollen. Die Latten selbst kann man mit einer Säge leicht kürzen. Da sie überall gleich gewölbt sind, kommt es auch nicht darauf aus welcher Stelle das jeweilige Stück gefertigt wird. Zwei der kurzen Teile kann man deswegen auch ohne weiteres aus einer Latte sägen. Weil in einer Dreieckskoje die Latten naturgemäß immer kürzer werden, nimmt natürlich auch der Abstand vom Kojenbrett immer mehr ab. Beim Schlafen merkt man das absolut nicht. Bleibt zum Schluss noch die Frage zu beantworten ob ich jetzt wirklich besser schlafe. So genau kann ich das nicht sagen. Auf dem Boot schlafe ich eigentlich immer gut, was ich von meinem Komfortbett zu Hause nicht behaupten kann. Die Umgebung und die frische Seeluft haben wohl auch einen gehörigen Einfluss.

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