
Meinen fünfzigsten Geburtstag im Jahre 2001 habe ich dann zum Anlass genommen diesen Traum wahr werden zu lassen. Genau genommen ist dies nur der erste Schritt meines Traumes. Ich habe mir immer gewünscht, wenn ich als Rentner mal viel Zeit haben würde, mit einem eigenen Boot im Kielwasser des Odysseus durch das Mittelmeer zu kreuzen. Wie alles im Leben muss man eine solche Reise gut vorbereiten. Dies bedeutet einerseits für mich, der ich bis dahin nur gelegentlich mal gechartert hatte, genügend Erfahrung im Umgang mit Booten auf See zu sammeln und andererseits aber auch das Boot systematisch auf eine solche Reise vorzubereiten. Sicher könnte beides auch wesentlich schneller gehen und wir hätten die Anschaffung auch noch ein paar Jahre hinaus schieben können. Aber das wollte weder meine Frau Irene und ich schon gar nicht. Im Gegenteil, wir haben die MERGER als Grund immer mal wieder für ein paar Tage aus dem Alltag ausbüxen zu können sehr schätzen gelernt.
Die heimische Edertalsperre haben wir als Liegeplatz von vornherein erst gar nicht in Erwägung gezogen. Das wäre viel zu ortsnah und ein richtiges seegängiges Schiff sollte es ja auch sein. Gleich zum Mittelmeer war uns, die wir eigentlich nur selten mehr als zwei Wochen Urlaub am Stück haben, nocn zu weit. Als Kompromiß haben wir unsere MERGER deshalb zunächst nach Lemmer ans IJsselmeer gelegt und damit lagen wir goldrichtig.
Die Niederlande und das IJsselmeer sind alles andere als ein Kompromiß und wie wir in den vergangenen sieben Jahren erfahren durften das vom nordwestlichen Deutschland bestens erreichbare Seglerparadies schlechthin. Außerdem sind sie auch kulturell sehr interessant. Wer etwas hinter die Kulissen schauen möchte, dem empfehle ich Geert Mak "Amsterdam" und/oder "Das Jahrhundert meines Vaters" zu lesen.
Unsere Erwartungen an unsere MERGER haben sich bis jetzt voll erfüllt. Wir sind sehr glücklich dieses Boot gekauft zu haben . So langsam zeichnet sich aber auch ab, dass es mir gelingen wird beruflich etwas kürzer zu treten und so planen wir voraussichtlich in 2009 unser Boot über die französischen Binnenwasserwege ins Mittelmeer zu überführen. Damit sind zumindest die ersten beiden der möglicherweise auf den ersten Blick etwas seltsam anmutenden Untergliederungspunkte IJssel- und Mittelmeer dieses Kapitels erklärt. Jürgen habe ich vor längerer Zeit über das Internet kennen und schätzen gelernt. Obwohl wir uns bisher noch nie persönlich trafen, haben wir uns miteinader angefreundet und stehen in regem Kontakt. Er wohnt seit vielen Jahren ständig in der Provence und wird uns, wenn wir unser Boot als erste Etappe nach Port-St.-Louis-du-Rhône bringen werden, am Mittelmeer erwarten. Seine Reiseberichte sind es auf jeden Fall wert gelesen zu werden und ich bin dankbar sie hier veröffentlichen zu dürfen.
Unterwegs…
…. sieht und erlebt man viel. Man begegnet auch immer wieder interessanten und netten Leuten. Gelegentlich sind sogar Vereinskameraden dabei. Bitte sprecht uns an, wenn ihr uns seht. Für solche Fälle haben wir immer ein Bier in der Bilge. Versprochen!